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.. im Gartenreich und bei der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches (e. V.).

Ein Gasthof, der 1 Taler 8 Groschen kostete

Zum 150jährigen Bestehen des Gasthauses zum Eichenkranz in Wörlitz – von Bernhard Heese, Dessau
(Quelle: Luginsland, heimatkundliche Beilage des Anhalter Anzeigers vom 27. Juni 1935, Ausschnitte)

„Der älteste Gasthof der Stadt Wörlitz, der Eichenkranz, kann im Jahre 1935 auf ein 150jähriges Bestehen zurückblicken. Er wurde vom Fürsten Franz im Jahre 1785 gebaut zu dem Zwecke, der Stadt Wörlitz nach Westen zu eine gute Schauseite und auch anspruchvolleren Fremden Gelegenheit zu Einkehr und Übernachtung zu geben. Noch heute bietet der Ort den gleichen Anblick, wie ihn der Fürst von Anfang an gewollt hat. In diesem Gesamtbilde ist der Eichenkranz ein Teilstück, das nie ausfallen darf, wenn Wörlitz das Wörlitz des Fürsten Franz bleiben soll. Seiner Neigung entsprechend, wählte der Fürst für den Gasthof die Formen einer von ihm selbst modifizierten Gotik. Das unter Denkmalschutz stehende Haus bietet noch heute eine gute Kulisse für das Neuzeitliche und Kleinstädtische, das durch die Linie Eichenkranz – Wall – Kirchplatz von dem Werke des Fürsten getrennt wird.

Zu der wechselvollen Geschichte des Gasthofes wird u. a. ausgeführt:

Adolf Trautschold aus Berlin, der am 1. März 1818 den Gasthof übernahm, „leistete sich schon einen „Ober“ oder einen Marqueur, wie es damals hieß. Trautschold sah sich bald genötigt, ihn an die Luft zu setzen, denn er hatte in seine Tasche gewirtschaftet. … Zur Belebung des Geschäfts richtete Trautschold eine Branntweinbrennerei mit Likörfabrik und Destillation ein, verkaufte aber die mit einem Dornschen Apparat versehene Einrichtung schon 1823 wieder. Trautschold hatte nämlich Wörlitz satt und suchte den Gasthof loszuwerden. Er wählte dazu einen damals nicht ungewöhnlichen, uns heute recht seltsam vorkommenden Weg: er ließ ihn ausspielen. „… Bankier und Inhaber des herzogl. privilegierten Leihhauses, Herr Cohn, ist Hauptkollekteur und an ihn kann man sich wegen des Lotterieplans und der Lose, deren Preis 1 Tlr. 8 Gr. Nebst 1 Gr. 6 Pf. Schreibgebühren ist, wenden.“

„Was eine siebzehnjährige im Mai 1872 über Wörlitz in ihr Tagebuch schrieb"

(Quelle: Luginsland, heimatkundliche Beilage des Anhalter Anzeigers vom 27. Juni 1935, Ausschnitte)

Eine ältere Dame, die ihren 80. Geburtstag am 5. Juli 1935 im Hotel „Eichenkranz“ gefeiert hat, schenkte ihr Tagebuch über ihre Reise nach Wörlitz dem Wirt, der frei darüber verfügen durfte. Sie schrieb darin über den Eichenkranz:

„Wir bewohnen hier im Hotel Eichenkranz ein reizendes Zimmer, die Wände, teilweise nur aus starkem Stoff, sind mit ganz alter Malerei verziert (vor den Künstleraugen meines Vaters könnte sie ja nicht bestehen), auch der Plafond ist bunt gemalt und die Polstermöbel sind mit buntgeblümten Kattun überzogen, alles altertümlich, freundlich und gemütlich! Aus allen Fenstern genießt man die schönste Aussicht über den Park und den See.“

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